Donnerstag, 18. September 2025 (wolkig, 18 bis 19 Grad, Wind 30 bis 33 km/h), Helgoland, Mittelland, Westklippe, Nordklippe, Nordoststrand, Nordostmole, 9.45 bis 15.15 Uhr
Nach fast genau drei Jahren bin ich wieder auf Helgoland. Es ist nach der Frühlingsreise im Mai 2014 und der Herbstreise im September 2022 meine dritte Reise auf die deutsche Hochseeinsel. Dienstagnacht fuhr ich mit dem Zug von München nach Hamburg-Harburg. Am Mittwochmorgen ging es dann mit dem Regionalzug weiter nach Cuxhaven. Um 10.30 Uhr legte die Fähre »MS Helgoland« ab und gegen 13.15 Uhr kam ich in Helgoland an. Es war eine sehr stürmische Fahrt, aber ich war dankbar und glücklich, wie geplant in Helgoland angekommen zu sein, denn an der Nordsee wütete in den letzten vier Tagen ein heftiger Sturm. Seit Samstag wurden schon Überfahrten mit dem Katamaran abgesagt und am Montag und Dienstag fuhr dann auch das große Fährschiff nicht mehr. Nun hat es doch geklappt und ich freue mich auf schöne Tage auf der Insel. Am gestrigen Ankunftstag war es noch sehr windig und etwas regnerisch. Deshalb habe ich den Nachmittag erstmal damit verbracht, einige Einkäufe für die nächsten Tage zu erledigen.
Schwarzkehlchen in Mittelland
Heute steht der erste Rundgang über die Insel auf dem Programm. Der Wind ist immer noch recht heftig, aber zum Glück regnet es nicht mehr. Vom Unterland aus steige ich die Treppen zum Mittelland (Bild) hoch. Am 18. April 1947 sprengten die Briten Bunkeranlagen auf Helgoland. So entstand dieser Krater, der heute Mittelland genannt wird. (Quelle: Wikipedia, siehe Link) In den Büschen entdecke ich Ringeltauben (Bild) und eine Rabenkrähe (Bild) erfreut sich an den orangen Früchten des Sanddorns. Einige Wiesenpieper (Bild) fliegen gerade ein und suchen im Gras nach Futter. Ein Schwarzkehlchen-Weibchen (Bild) ist durch sein braun gemustertes Gefieder zwar super getarnt, aber ich kann es trotzdem am Hang ausmachen. Auch ein Männchen hält sich noch in der Nähe auf. Als ich am oberen Rand von Mittelland angekommen bin, genieße ich den Blick zurück auf die Grünfläche und das Meer (Bild).






Basstölpel an der Westklippe
Ich gehe den Weg an der Westklippe entlang und bin natürlich neugierig, ob um diese Jahreszeit noch Basstölpel da sind. Von April bis Juli wird gebrütet, und spätestens im Oktober verlassen sie die Insel. Im Jahr 2024 wurden 970 Brutpaare gezählt und in diesem Jahr waren es 1111. (Quelle: Institut für Vogelforschung »Vogelwarte Helgoland«, Verein Jordsand zum Schutze der Seevögel e.V.) Nach der verheerenden Vogelgrippe, an der 2022 viele Basstölpel verendeten, scheint sich die Lage wieder erholt zu haben. Direkt neben dem Weg kann ich einige Basstölpel (Bilder, Video auf Youtube) und auch einen Jungvogel in aller Ruhe beobachten. Nur ein paar Schritte weiter eröffnet sich der schöne Blick auf die »Lange Anna« (Bild).





Brandseeschwalben an der Nordostmole
Anschließend beschließe ich die Treppen zum Nordoststrand (Bild) hinunterzusteigen. Am Strand hält sich eine Silbermöwe (Bild) auf, die von ihren beiden Jungvögeln um Futter angebettelt wird. Beide sind beringt. Am Fuße der Mole rastet eine weibliche Eiderente (Bild). Als ich auf der Nordostmole (Bild) mein Spektiv aufstelle und mir die Vögel am hinteren Ende ansehe, gibt es eine tolle Überraschung. Um die 60 Brandseeschwalben (Bilder, Video auf Youtube) haben sich hier versammelt. Die adulten Vögel, die bereits ihr Schlichtkleid tragen, sind an ihrer gelben Schnabelspitze zu erkennen. Unter ihnen sind auch diesjährige Jungvögel (einer davon auf dem Bild), die sich durch ihr bräunlich gemustertes Oberkleid und ihren kurzen Schnabel, der noch keine helle Spitze aufweist, auszeichnen. Auch eine junge Schwarzkopfmöwe (Bild) hat sich dazugesellt. Im Hintergrund rasten Silbermöwen, Heringsmöwen und Mantelmöwen (eine davon stehend im Bild), die man an ihren rosa Beinen erkennt.









Wiesenpieper und Steinschmätzer
Ebenfalls wunderbar zu beobachten sind an diesem Platz mehrere Wiesenpieper (einer davon im Bild) und Steinschmätzer (Bilder), die nur wenige Meter entfernt zwischen den Steinen und an den Wasserpfützen nach Futter suchen. »Der Wiesenpieper ist ein weit verbreiteter und gelegentlich sogar häufiger Vogel der Gattung der Pieper. In Deutschland ist die Art aber stark gefährdet und in manchen Gebieten (…) mittlerweile vom Aussterben bedroht.« (Quelle: Wikipedia) Auf dem Rückweg durch den Kurpark entdecke ich dann eine junge Ringeltaube (Bild). Ihr fehlt noch der typische weiße Fleck an der Halsseite, anhand dessen man adulte Ringeltauben gut erkennen kann.




Vogelliste Helgoland: Stockente, Eiderente, Basstölpel, Kormoran, Graureiher, Austernfischer, Lachmöwe, Silbermöwe, Heringsmöwe, Mantelmöwe, Schwarzkopfmöwe, Brandseeschwalbe, Straßentaube, Ringeltaube, Türkentaube, Wiesenpieper, Bachstelze, Gebirgsstelze, Rotkehlchen, Steinschmätzer, Schwarzkehlchen, Amsel, Kohlmeise, Rabenkrähe, Dohle, Star, Haussperling
