Freitag, 19. September 2025 (wolkig, später heiter, 18 bis 19 Grad, Wind 30 km/h), Düne, 9.45 bis 16 Uhr
Mit der Fähre »Witte Kliff« geht es heute zur Düne, der Nachbarinsel von Helgoland. Von einem Platz im Heck aus kann ich ganz entspannt die Strandpromenade (Bild) am Südstrand und die Häuser im Oberland bewundern. Auf der Düne leben Seehunde (Bild) und Kegelrobben (Bild). Um diese nicht zu stören oder aufzuscheuchen, ist es wichtig, einen gebührenden Abstand einzuhalten. Ein Schild (Bild) gemahnt daran. Nach der Ankunft fallen mir als Erstes die vielen Stare (Bilder) auf, die im angeschwemmten Seetang offenbar reichlich Nahrung finden.






Bachstelze, Raben-/Nebelkrähen-Hybrid
Am Strand sind Bachstelzen (eine davon im Bild) und auch eine Wiesenschafstelze (Bild) unterwegs. Ich höre eine Dohle (Bild) rufen und sehe sie gemeinsam mit einer Rabenkrähe auf einem Zaun sitzen. Am Strand zeigt sich ein Raben-/Nebelkrähen-Hybridvogel (Bild). »Im Grenzbereich der Areale der westlich verbreiteten Rabenkrähe und der östlichen Nebelkrähe besteht eine auffällige Hybridisierungszone. Diese verläuft quer durch Mitteleuropa und dabei auch durch Deutschland.« (Quelle: Ornitho.de) Es gibt drei verschiedene Abstufungen: Hybrid Nk-Typ, Hybrid intermediär und Hybrid Rk-Typ (Nk = Nebelkrähe, Rk = Rabenkrähe). Da viele hellgraue Stellen im Gefieder zu erkennen sind, gehe ich hier von einem Hybrid Nk-Typ aus.




Austernfischer, Pfuhlschnepfen und Sanderlinge
Im Verlauf meines weiteren Strandspaziergangs sehe ich Austernfischer (Bild) und einige Pfuhlschnepfen (Bilder). An ihrem im Vergleich zur Uferschnepfe kürzeren und aufwärts gebogenen Schnabel kann man Letztere gut bestimmen. Mit den starken Schnäbeln stochern sie tief im Sand und holen Würmer, Krabben und andere Lebewesen heraus. Ihre Winterquartiere liegen an den Küsten Westeuropas und der afrikanischen Atlantikküste. Laut Wikipedia sind »Pfuhlschnepfen in ihrem globalen Bestand bedroht und wurden 2015 auf die Vorwarnliste der Internationalen ›Roten Liste‹ gefährdeter Arten gesetzt.« Am Spülsaum hält sich ein größerer Trupp der sehr quirligen Sanderlinge (Bilder) auf. Sie trippeln hinter den abfließenden Wellen her und picken Krebstiere und Würmer auf. Ihr Gefieder befindet sich gerade im Wechsel zum später eher hellgrauen Schlichtkleid. Auch ein Sandregenpfeifer (Bild) und ein Alpenstrandläufer (Bild) finden sich noch am Strand ein.







Ein Wiedehopf und ein Sperber
Anschließend schaue ich noch kurz am Golfteich vorbei, wo sich eine Wasserralle und ein Teichhuhn kurz zeigen. Dann erhalte ich die Meldung, dass ein bereits mehrfach gesichteter Wiedehopf an der Aade erneut aufgetaucht ist. Er war am 2. September zum ersten Mal entdeckt und in den Tagen darauf immer wieder gesehen worden. Da ich ohnehin in der Nähe bin, wandere ich zum Oststrand der Düne. Dort treffe ich Frithjof wieder, einen Birder aus Göttingen, mit dem ich vorher schon gemeinsam am Strand entlanggelaufen bin. Wir hoffen, den Wiedehopf (Bild) zu finden, und suchen die Gegend ab. Kurz sehen wir, wie er über die Dünen fliegt, dann aber wieder aus unserem Blickfeld verschwindet. Plötzlich taucht ein Sperber auf, der nur wenige Meter über dem Strand direkt auf uns zufliegt. Er hat es auf den Wiedehopf (Bilder) abgesehen, der anscheinend zwischen den Gräsern saß. Der Wiedehopf fliegt auf, der Sperber (Bilder) greift ihn in der Luft an. Doch der Wiedehopf kann sich seinem Zugriff entziehen und flüchtet erneut in das hohe Gras. Beide Vögel sind nun außer Sicht und wir besprechen das Gesehene mit einigen anderen Vogelbeobachtern. Dann entdeckt jemand den Wiedehopf (Bilder) erneut. Er hält sich nur wenige Meter von uns entfernt am Strand bei den Dünen auf. Er wirkt ganz entspannt und stochert im Sand nach Nahrung. Ohne ihn zu stören, können wir Fotos machen. Nach einer Weile sucht er sich auf einem Zaun einen neuen Rastplatz. Es scheint alles sehr friedlich. Doch plötzlich tritt der Sperber wieder auf den Plan. Der Wiedehopf fliegt auf, der Sperber attackiert ihn und innerhalb weniger Sekunden verschwinden beide im hohen Dünengras. Sie lassen sich nicht wieder sehen. Wir gehen davon aus, dass der Sperber den Wiedehopf geschlagen hat. Leider.
Vielen Dank an Frithjof Vogeley für die tollen Bilder.








Vogeltagesliste Düne: Stockente, Eiderente, Basstölpel, Kormoran, Sperber, Turmfalke, Wanderfalke, Wasserralle, Teichhuhn, Austernfischer, Sandregenpfeifer, Knutt, Sanderling, Steinwälzer, Alpenstrandläufer, Pfuhlschnepfe, Schmarotzerraubmöwe, Lachmöwe, Silbermöwe, Brandseeschwalbe, Trottellumme, Ringeltaube, Wiedehopf, Wiesenpieper, Bachstelze, Wiesenschafstelze, Steinschmätzer, Dohle, Rabenkrähe, Raben-/Nebelkrähe-Hybrid, Star, Bluthänfling
