Sonntag, 8. März 2026 (heiter, 10 bis 13 Grad), Freisinger Moos, Wiesentümpel westlich vom Pullinger Weiher (Landkreis Freising), Isar (München bis Achering), 11.15 bis 18.15 Uhr
Heute möchte ich wieder einmal einen Vogel suchen gehen. Im Freisinger Moos wurde in den letzten Tagen eine Waldsaatgans gesichtet. Vielleicht ist sie ja noch vor Ort. Das Freisinger Moos ist für mich Neuland. Mit dem Rad fahre ich die Isar entlang Richtung Norden. Auf der Höhe von Achering quere ich die Isar, fahre weiter nach Norden durch Pulling und vorbei am Moosachweiher. Dann quere ich die Moosach und sehe schon den Beobachtungsturm (Bild).

Infos zum Freisinger Moos
Das »Freisinger Moos« (Karte OpenStreetMap) ist eines der größten noch erhaltenen Niedermoorgebiete Bayerns. Das 3000 Hektar große Gebiet liegt südwestlich von Freising, zwischen Massenhausen, Vötting und Pulling. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Moor noch systematisch entwässert und Torf abgebaut. Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft wurden diese feuchten Standorte schließlich aufgegeben. Trotz dieser Eingriffe blieb der Charakter des Moores weitgehend erhalten. Mittlerweile bieten Streuwiesen, Feucht- und Nasswiesen Lebensraum für geschützte Pflanzen- und Tierarten. Hier dürfen stark gefährdete Pflanzen wie der Schwalbenwurz-Enzian wachsen und Wiesenbrüter wie der Große Brachvogel, der Kiebitz, die Wachtel und der Wachtelkönig können in diesem geschützten Gebiet ihre Jungen großziehen. Das Freisinger Moos ist Teil des europäischen Biotopverbundes NATURA 2000, ein FFH-Gebiet gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und ein SPA-Vogelschutzgebiet (»special proteced area«). Für die Pflege und den Erhalt dieser artenreichen Flora und Fauna setzen sich Naturschutzverbände wie der Landesbund für Vogel- und Naturschutz, der Bund Naturschutz und der Landschaftspflegeverband, der Landkreis Freising sowie Landwirte ein. Vor Ort geben Infotafeln (Bilder) Auskunft über dieses Gebiet und enthalten auch Hinweise zu den Schutzzeiten.



Großer Brachvogel und Feldlerche
Vom Beobachtungsturm aus hat man einen schönen, weiten Blick auf die Wiesen und die kleinen Wasserflächen (Bilder). Direkt unter dem Turm hat sich ein Schmetterling niedergelassen, ein Kleiner Fuchs (Bild). In der Ferne sehe ich eine Ansammlung von Silberreihern (Bild). Ich begutachte jede Gans, doch leider sind heute nur Graugänse (Bild) vor Ort. Die Feldlerche (Bild) singt ihr schönes Lied und lässt sich dann unweit vom Turm im Gras nieder. Vier Mäusebussarde kreisen über dem Gebiet. Auch ein Greifvogel mit weißem Bürzel ist zu sehen – eine Kornweihe oder eine Wiesenweihe? Plötzlich tauchen auch zwei Große Brachvögel (einer davon auf dem Bild) auf und sie landen, um nach Futter zu stochern. Schön ist es hier.








Kranich am Wiesentümpel
Gegen 15 Uhr mache ich mich auf den Rückweg nach München. Ich beschließe, nicht die S-Bahn zu nehmen, wie ursprünglich geplant, sondern wieder mit dem Rad entlang der Isar zurückzufahren. Ich versuche noch einmal, den Kranich zu finden, der hier in den letzten Tagen ebenfalls gesichtet wurde, und fahre zu der Straße, die nach Pallhausen führt. Nördlich des ehemaligen Segelflugplatzes »Lange Haken« suche ich die Gegend ab. Einen Kranich finde ich nicht, dafür aber neun Rostgänse (Bild) und noch einmal einen Großen Brachvogel (Bild). Na ja, macht nichts. Dann suche ich mir den schnellsten Weg nach Osten zur Isar. Unterwegs treffe ich einen Fotografen und eine Birderin, die intensiv auf einen Wiesentümpel westlich des Pullinger Weihers (Bild) blicken. Ich frage kurz: »Gibt’s hier was zu sehen?« »Ja klar«, höre ich. Der Kranich (Bilder) hält sich im hinteren Teil des Weihers auf. Was für eine schöne Überraschung! Einen adulten Kranich erkennt man an seinem schwarz-weißen Kopf und der roten Kopfplatte. Dieser hier weist am Kopf eine grau-braune Zeichnung auf. Er ist ein vorjähriger Vogel, also ein Kranich im zweiten Kalenderjahr. Er ist auf Futtersuche und stochert im seichten Wasser. »Kraniche nehmen das ganze Jahr über sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung auf … Während der Frühjahrsrast ernähren sie sich überwiegend von Saaten«, lese ich in Wikipedia. Nur ein paar Minuten kann ich ihn beobachten, dann fliegt er davon.






Vogeltagesliste: Höckerschwan, Graugans, Rostgans, Nilgans, Stockente, Reiherente, Schellente, Gänsesäger, Silberreiher, Graureiher, unbestimmte Weihe, Mäusebussard, Turmfalke, Kranich, Kiebitz, Großer Brachvogel, Buntspecht, Grünspecht, Feldlerche, Rotkehlchen, Amsel, Zilpzalp, Zaunkönig, Kohlmeise, Blaumeise, Schwanzmeise, Kleiber, Gartenbaumläufer, Rabenkrähe, Star, Buchfink, Rohrammer
Weitere Informationen zum Freisinger Moos
Beobachtungsturm Parkplatz-Koordinaten: 48°22’46.9″Nord 11°41’53.2″ Ost
Webseite Wikipedia
Webseite Landesbund Vogel- und Naturschutz Freising
Webseite Bund Naturschutz Freising
Webseite Landschaftspflegeverband Freising e.V.
Webseite Landkreis Freising
