Sonntag, 30. März 2025 (heiter, 11 bis 13 Grad, sehr windig), Echinger Stausee, 10 bis 13.45 Uhr
Da am Echinger Stausee ein Taigazilpzalp gemeldet wurde, fahre ich heute mit dem Auto Richtung Landshut. Hmh, denke ich, ein Zilpzalp wird ja wohl nicht so schwer zu finden sein. Die sitzen doch meistens gut sichtbar in den Bäumen und singen ausdauernd ihr Liedchen. Gegen 10 Uhr komme ich am Echinger Stausee (Bilder) an. In der Nähe des Beobachtungsturms treffe ich auf einige Birder, die in Richtung Schilf gucken. Einige kenne ich aus der Ismaninger Szene, also frage ich sie, was es zu sehen gibt. Es geht um den Taigazilpzalp, der von allen intensiv gesucht wird. Hin und wieder hört man den Vogel singen – mal weiter weg, dann wieder ganz nah –, aber man bekommt ihn kaum zu Gesicht. Und wenn doch, dann huscht er am Boden des Schilfdickichts hin und her. Dieses Verhalten ist ganz anders als das »unseres« Zilpzalps. Das wird heute wohl etwas länger dauern, denke ich mir. Aber dank der Birderkollegen, die mich darauf hinweisen, wo er gerade singt, kann ich den Gesang des Taigazilpzalps (MP3-Tonspur liegt bei) hören. Er klingt wie »witze-witze-witze«. Ein besseres Tonbeispiel kann man sich auf xeno-canto.org anhören.


Nach einiger Zeit fliegt der Taigazilpzalp (Bilder) auf einen am Ufer stehenden Baum. Es geht alles so schnell, dass mir kein Foto gelingt. Glücklicherweise hat mir Emil Schmid-Egger einige tolle Bilder überlassen. Vielen herzlichen Dank. »Der Taigazilpzalp ist eine östliche Unterart des Zilpzalps … er brütet in der Nadelwaldtaiga vom Ural ostwärts, überwintert in Indien. Einzelvögel verfliegen sich alljährlich (Ende Sept. bis Okt.) nach Westeuropa. Unterscheidet sich von Zilpzalpen in Europa durch graubraune Färbung von Scheitel, Nacken und Mantel (ohne Spur von Grün) sowie helles Rostbeige auf Überaugenstreif, Ohrdecken, Hals- und Brustseiten (völlig ohne Gelb) … Beine und Schnabel stets schwarz.« (Quelle: Der Kosmos-Vogelführer von Svensson, Mullarney, Zetterström) Am 16.3.25 wurde der Taigazilpzalp hier zum ersten Mal gesichtet, am 18.4.25 zum letzten Mal. Heute wird auch noch ein zweiter Vogel gemeldet, sodass es nun insgesamt zwei sind, beides Männchen.




Viele Rohrammern und eine Bekassine
Nach diesem schönen Erlebnis und einem Lifer mehr auf meiner Liste :-))) freue ich mich auf weitere Beobachtungen. Im Schilf hat sich ein Feldsperling (Bild) versteckt. Viele Rohrammern (eine davon im Bild) sind heute unterwegs. Teils fliegen sie in Schnäpper-Manier kurz von ihrem Sitzplatz auf, fangen ein Insekt und kehren dann wieder ins Schilf zurück. Auch eine Bachstelze (Bild) präsentiert sich am Schilfufer. Vom Turm aus sehe ich in einiger Entfernung eine Bekassine (Bild), die im Schlamm nach Futter stochert.




Kleines Sumpfhuhn
Auf dem Rückweg zum Parkplatz suche ich erneut die Schilfränder ab, denn heute wurde auch ein Kleines Sumpfhuhn gesichtet. Ich habe Glück und finde das Kleine Sumpfhuhn (Bilder). Es läuft eilig in der Schlickzone entlang des Schilfrandes. Da es an Kopf, Brust und Bauch blaugrau gefärbt ist, kann ich es als Männchen identifizieren. »Das Kleine Sumpfhuhn bewohnt Schilfgürtel in tieferem Wasser, hauptsächlich im Südosten Europas, in Deutschland eher selten.« (Quelle: Der Kosmos-Vogelführer von Svensson, Mullarney, Zetterström) Auch ein Schwarzschwan (Bild) hat sich auf dem See eingefunden. Auf der großen Insel haben sich Kormorane und Graureiher (Bild) ihre Brutplätze gesichert. Bei den Feldern nahe dem Parkplatz entdecke ich unter den Graugänsen noch eine Streifengans (Bild).





Vogeltagesliste: Höckerschwan, Schwarzschwan, Graugans, Streifengans, Brandgans, Rostgans, Nilgans, Stockente, Schnatterente, Spießente, Löffelente, Pfeifente, Krickente, Knäkente, Tafelente, Kolbenente, Reiherente, Zwergtaucher, Kormoran, Graureiher, Mäusebussard, Turmfalke, Kleines Sumpfhuhn, Teichhuhn, Blässhuhn, Säbelschnäbler, Bekassine, Lachmöwe, Mittelmeermöwe, Buntspecht, Rauchschwalbe, Bachstelze, Wiesenschafstelze, Zilpzalp, Taigazilpzalp*, Blaumeise, Gartenbaumläufer, Elster, Rabenkrähe, Star, Haussperling, Feldsperling, Rohrammer (* = meine persönliche Erstsichtung)
