Steinwälzer und Alpenstrandläufer in Ismaning

Sonntag, 12. August 2012 (Sonne, blauer Himmel, windig, ca. 25 Grad, frischer Sommertag), Ismaninger Stausee, 8 bis 16 Uhr
Heute geht es früh los – um 7.15 Uhr radle ich bereits an der Münchner Isar entlang Richtung Norden. Ich möchte an das Westbecken des Ismaninger Stausees. Die beste Sicht ist vormittags oder spätnachmittags vom nördlichen Dammweg aus, weil zur Mittagszeit die Sonne blendet. Der südliche Dammweg ist für die Öffentlichkeit gesperrt.
So bin ich gegen 8 Uhr auf der Höhe der BMW-Versuchsstrecke auf dem Dammweg und hoffe auf der großen Insel die Heiligen Ibisse zu sehen. Leider sind sie nicht sichtbar. Auf den teilweise kahlen Bäumen der Insel sitzen sehr viele Kormorane. Auch im Wasser schwimmen ca. 200 Kormorane. Jede Menge Höckerschwäne und Graugänse halten sich an den Schilfrändern auf. Ich hatte gehört, dass man auf den Pflanzenteppichen, die zur Zeit auf dem See wachsen, gut Limikolen beobachten kann. Nix zu sehen. Schade.
So fahre ich vor bis zur Speicherseestraße, die den Speichersee in die beiden Becken trennt. Von dort noch ein Blick in das Westbecken. Eine Riesenschar von Kolbenenten –ich schätze 1000 Vögel – schaukeln gemütlich auf dem Wasser. Eine männliche Kolbenente (Bild) im Schlichtkleid mit ihrem wunderschönen roten Schnabel ist gut zu beobachten. Ich fahre auf den südlichen Damm am Ostbecken. Am steinigen Strand der kleinen Insel gibt es bereits schöne Entdeckungen: Alpenstrandläufer und Bruchwasserläufer. Aber diese beiden Limikolen kann ich an anderer Stelle noch besser beobachten. Am Ufer des Sees, der weniger Wasser als üblich hat, haben sich an Steinen Pflanzen gesammelt. Und hier kann ich aus nächster Nähe einige Alpenstrandläufer (Bilder) studieren. Dieser Vogel gilt als Referenzart unter den Strandläufern. Er brütet im Norden Europas und ist zu den Zugzeiten in großen Scharen im Wattenmeer zu sehen, im Binnenland an Seen und Feuchtgebieten. Er ist im Prachtkleid gut zu erkennen an dem rotbraunen Federkleid auf der Oberseite, der schwarzweiß gestreiften Brust und dem schwarzen Bauchfleck.
Auch ein Bruchwasserläufer (Bild) mit seinen langen grünen Beinen läuft zwischen den Alpenstrandläufern umher. Und dann gibt es noch eine Entdeckung. Ein Steinwälzer (Bilder) – den ich noch nie gesehen habe – tummelt sich unter den anderen Limikolen. Insgesamt sind es drei junge Steinwälzer, die hier Rast machen. Gut zu bestimmen anhand der orangenen Beine, dem weißen Bauch, dem schwarzen Brustlatz und dem kurzen dunklen Schnabel. Er brütet an steinigen Küsten im Norden Europas und ist selten im Binnenland zu sehen. Es fällt auf, dass er nicht, wie die beiden anderen Limikolen, in den Pflanzen stochert, sondern den Kopf seitlich bewegt. Das macht er, weil er Steine oder auch Seetang wendet, um so an sein Futter zu kommen. So kam er auch zu seinem Namen. Zu dieser Limikolen-Runde kommt auch noch eine junge Schafstelze (Bild) vorbei.
Weiterhin gesichtet: Zwergtaucher, Haubentaucher, Silberreiher (ca. 20), Graureiher, Stockente, Schnatterente, Krickente, Tafelente, Reiherente, Mäusebussard, Turmfalke, Blässhuhn, Flussuferläufer, Dunkler Wasserläufer, Kampfläufer, Lachmöwe, Mittelmeermöwe, Flussseeschwalbe, Trauerseeschwalbe, Mehlschwalbe, Bachstelze, Rotkehlchen, Amsel, Kleiber, Rabenkrähe, Star, Feldsperling, Goldammer

Kolbenente
Männliche Kolbenente im Schlichtkleid
Alpenstrandläufer, August 2012
Alpenstrandläufer, August 2012
Alpenstrandläufer, August 2012
Bruchwasserläufer, August 2012
Steinwälzer, August 2012 (Hintergrund Alpenstrandläufer)
Bruchwasserläufer, drei Alpenstrandläufer, Steinwälzer, August 2012
Schafstelze, August 2012
Junge Schafstelze, August 2012

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