Samstag, 20. Dezember 2025 (heiter, 7 Grad), Friedhof am Perlacher Forst, München, 13.45 bis 16 Uhr
Nach gefühlt unendlich vielen grauen Tagen scheint heute endlich wieder die Sonne. Also mache ich mich auf den Weg zum Münchner Friedhof am Perlacher Forst (Bild). Eines meiner Highlights sehe ich gleich zu Beginn. An einem bemoosten Baumstamm sucht ein Wintergoldhähnchen (Bild und Video auf Youtube) hektisch nach Fressbarem. Mit einer Körpergröße von neun Zentimetern und einem Gewicht von vier bis sieben Gramm ist es der kleinste Vogel Europas. Sein Gefieder ist graugrün und mit seinem kurzen Hals und dem großen Kopf wirkt er sehr kompakt. An seinen großen schwarzen Augen und dem leuchtend gelben, schwarz begrenzten Scheitelstreif ist er gut zu bestimmen.


Spechte und zwei Hausrotschwänze
Auf meinem weiteren Weg finde ich noch einen Grünspecht (Bild) und einen Buntspecht (Bild), die beide an einem Stamm »beschäftigt« sind. Eine große Überraschung sind die beiden Hausrotschwänze (Bild), die ich eine Zeitlang an der Spitze der Trauerhalle beobachten kann. Es handelt sich um ein Männchen und ein Weibchen. Eigentlich sind sie Sommervögel und nur von März bis November in unseren Breiten anzutreffen. In Wikipedia lese ich jedoch Folgendes: »Vereinzelt werden mitteleuropäische Hausrotschwänze auch im Winter im Brutgebiet beobachtet, die Zahl der Beobachtungen scheint bislang aber unbedeutend.«



Drosseln und Finken
Nach dieser interessanten Sichtung wandere ich weiter und freue mich über eine Misteldrosssel (Bild), eine Wacholderdrossel (Bild), einen Grünfink (Bild) und einige Bergfinken (Bilder). Letztere sind nordische Finken, die in Mitteleuropa den Winter verbringen. Zur Familie der Finken zählt auch noch der Stieglitz (Bild), der sich an einer Futtersäule »bedient«.






Meisen und eine Schwanzmeise
Als ich die Kohlmeise (Bild) aus dem Brutkasten lugen sehe, muss ich grinsen. Will sie etwa Ende Dezember schon brüten? Das kann nicht sein. Oder sucht sie sich jetzt am Nachmittag schon einen Platz für die Nacht? Das ist wohl die wahrscheinlichere Antwort. Eine Sumpfmeise (Bild und Video auf Youtube) kann ich wunderschön und lange bei der Gefiederpflege beobachten. Zum Abschluss meiner Wanderung sehe ich noch eine Schwanzmeise (Bild und Video auf Youtube), die aus einer mit Wasser gefüllten Vase trinkt. Schwanzmeisen sind »nicht näher mit den ›echten‹ Meisen verwandt, sondern ein Mitglied derselben großen Gruppierung, zu der auch Laubsänger, Schwalben und Lerchen gehören.« (Quelle: Der Kosmos-Vogelführer von Svensson, Mullarney, Zetterström). Anhand des weißen Kopfes und der scharfen Abgrenzung zum schwarzen Nacken ist es eine nordosteuropäische Unterart (Aegithalos caudatus caudatus). In diesem Winter wurde diese Unterart in Deutschland häufig gesichtet.



Vogeltagesliste: Blaumeise, Kohlmeise, Grünfink, Bergfink, Stieglitz, Schwanzmeise, Sumpfmeise, Wintergoldhähnchen, Rotkehlchen, Kleiber, Grünspecht, Buntspecht, Rabenkrähe, Eichelhäher, Gartenbaumläufer, Hausrotschwanz, Amsel, Buchfink, Wacholderdrosssel, Straßentaube
