Weidenmeise und Rotkehlchen im Deininger Moos

Sonntag, 14. Oktober 2012 (Sonne, ca. 14 Grad, warmer Herbsttag), Deininger Moos, 8 bis 12 Uhr
Vor einer Woche durfte ich bei einer geführten Wanderung mit Manfred Siering (Vorsitzender der Ornithologischen Gesellschaft) durch dieses schöne Tal gehen. Mit seiner Hilfe haben wir ungefähr 30 Arten in vier Stunden gezeigt und zu Gehör bekommen. Als Highlight gab es den Raubwürger zu sehen, mehr dazu auf der Webseite von Sonja Steckhahn und Heinrich Hottareck. Nun will ich diese Tour nochmal gehen und erkunden, in der Hoffnung, den schönen Vogel erneut zu sehen.
Morgens um 8 Uhr liegt leichter Dunst über dem Deininger Weiher. Ich gehe am östlichen Ufer durch herbstliches Buchenlaub bis zu einer Abzweigung. Hier schlage ich den Weg durch das Schilf zur anderen Seite des Sees ein. Eine Brücke führt über den Wasserzufluss des Sees (Bilder). Biberspuren sind hier gesichtet wurden. Es wäre ein Glücksfall, wenn er sich hier wohlfühlen und bleiben und beim Wiedervernässen des Moores helfen würde.
Zwischen hohen Fichtenbäumen und verschilftem Ufer führt der Weg nach Süden. Es ist still, man hört keinen Vogel. Hier leben Sumpf- und Weidenmeise – äußerlich kaum unterscheidbar. Beide mit hellbraunen Rückenfedern, schwarzer Kopfplatte, weißen Wangen, beigebraunem Bauch. Beide haben einen schwarzen Kinnfleck, der der Weidenmeise ist allerdings größer. Die Sumpfmeise, die ihrem Namen nicht gerecht wird, lebt gerne im Laub- und Mischwald. Die Weidenmeise ebenso, darüber hinaus aber auch gerne noch in der Nähe von Wasser und Mooren. Als eindeutiges Unterscheidungsmerkmal werden Gesang und Rufe herangezogen. Die Rufe der Sumpfmeise wirken aufgeweckter, klingen wie »pitschä, pitschä«, die Rufe der Weidenmeise melancholischer, »zi zi dääh dääh dääh«. Ich habe heute Glück und höre eine Weidenmeise (Bild) (Tonbeispiel > Avisoft Bioacoustics). Ich habe beschlossen, das »dääh dääh dääh« in ein »wääh wääh wääh«, W wie Weidenmeise, umzubenennen, um es mir besser merken zu können. Sehr lange kann ich fünf Weidenmeisen beobachten, wie sie emsig zwischen den Bäumen und Grünpflanzen hin- und herfliegen. Der Schopf der Distel (Bild) hat es einer Weidenmeise angetan. Immer wieder fliegt sie dorthin, zupft ein paar Stängelchen heraus, fliegt dann in den nächstgelegenen Baum, um das Ausgerupfte nach Fressbarem zu durchsuchen.
Auch eine andere herbstliche Pflanze, das »Pfaffenhütchen« trägt gerade Früchte (Bild). Die leuchtend-orangenen Samen der pinkfarbenen Früchte des Gewöhnlichen Spindelstrauchs sind die Lieblingsspeise der Rotkehlchen, weswegen der Strauch auch »Rotkehlchenbrot« genannt wird. Ich kann mich von der Vorliebe der Rotkehlchen (Bilder) überzeugen und die Vögel beim Naschen beobachten.
Weiterhin habe ich gesehen: Stockente, Mäusebussard, Singdrossel, Amsel, Goldhähnchen (nicht eindeutig zu sehen), Kohlmeise, Blaumeise, Kleiber, Elster, Eichelhäher, Rabenkrähe, Star, Goldammer

Deininger Weiher
Deininger Weiher, Blick nach Norden, Oktober 2012
Deininger Weiher
Deininger Weiher, Oktober 2012
Weidenmeise
Weidenmeise, Oktober 2012
distel
Futter für die Weidenmeise
Gewöhnlicher Spindelstrauch, »Pfaffenhütchen« genannt
Rotkehlchen
Rotkehlchen im Pfaffenhütchen-Strauch, Oktober 2012
Rotkehlchen
Rotkehlchen im Pfaffenhütchen-Strauch, Oktober 2012

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Verwandte Beiträge

Geben Sie Ihren Suchbegriff oben ein und drücken Sie Enter um die Suche zu starten. Um abzubrechen, drücken Sie ESC.

Zurück nach oben