Murnauer Moos

Etwa 70 Kilometer südlich von München befindet sich das Murnauer Moos, eines der größten naturnah erhaltenen Moorgebiete Mitteleuropas. Zwischen den Ortschaften Murnau, Ohlstadt, Eschenlohe, Grafenaschau und dem Staffelsee erstreckt sich das über 30 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet.
Das im Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegende Murnauer Moos umfasst eine vielfältige Landschaft mit Hoch- und Niedermooren, Altwassern, Nass- und Pfeifengraswiesen, Seggenrieden, Schilfflächen und Streuwiesen. Knapp tausend Pflanzenarten, davon sehr seltene wie Sibirische Schwertlilie, Karlszepter, Zierliches Wollgras und Strauch-Birke wachsen auf den naturbelassenen Flächen.
Das Murnauer Moos ist Teil des europäischen Biotop-Verbundes NATURA 2000 und als bedeutsames Vogelschutzgebiet (IBA) ausgewiesen. Es ist eines der bedeutendsten Brutvogelgebiete Süddeutschlands und bietet Wiesenbrütern wie Braunkehlchen, Schwarzkehlchen, Bekassine und Wachtelkönig einen gesicherten Lebensraum. Wachtelkönig und Karmingimpel sind ab Mai/Juni im Murnauer Moos anzutreffen. Karmingimpel sind durch ihren Gesang relativ leicht in den Bäumen entlang des Weges zu entdecken. Den Wachtelkönig hört man aus den Wiesen rufen. Zu sehen ist er kaum.
Weitere Vogelsichtungen: Weißrückenspecht (selten), Grauspecht, Feldschwirl, Neuntöter, Baumfalke, Wespenbussard, Schwarzmilan, Rotmilan, Wiesenpieper, Baumpieper, Sumpfrohrsänger, Teichrohrsänger, Drosselrohrsänger, Wasserralle, Grauschnäpper, Kolkrabe. Hin und wieder ist auch ein Schlangenadler im Murnauer Moos zu entdecken (Sommer 2014).

Es gibt verschiedene ausgeschilderte Wege durch das Murnauer Moos. Der große Moos-Rundweg ist zwölf Kilometer lang und führt vom Gasthaus Ähndl nach Süden in das Moos, über die Lange Filze nach Norden nach Westried und wieder zurück nach Murnau.
Die meisten Vogelbeobachter gehen den großen Moos-Rundweg nicht vollständig, sondern nur das erste vier Kilometer lange Teilstück bis zur Brücke über den Lindenbach, wo der Weg nach Norden zur Langen Filze weiterführt. An dieser Brücke lohnt es sich, die Wiesen nach Braun- und Schwarzkehlchen abzusuchen und die Ohren für den Crex-Crex-Ruf des Wachtelkönigs offen zu halten.
Sinnvoll ist es frühmorgens zum Vogelbeobachten in das Gebiet zu fahren, da an schönen Tagen viele Fußgänger und Radfahrer anzutreffen sind.

Von München aus fährt man auf die Autobahn A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen, nimmt die Ausfahrt Murnau/Kochel und fährt auf der Straße 2062 nach Murnau. Dort folgt man den Beschilderungen Richtung Garmisch-Partenkirchen und fährt auf der B2 nach Süden. Kurz nach einer Bahnunterführung biegt die Ramsachstraße rechts ab. Nach knapp einem Kilometer biegt man links in einen gebührenpflichtigen Parkplatz (2 Euro/Tag) ein. Umfangreiche Informationstafeln geben Auskunft zu Flora und Fauna des Murnauer Mooses und zeigen verschiedene Wanderrouten. Vom Parkplatz geht man zu Fuß Richtung Westen zur Gaststätte Ähndl. Kurz zuvor biegt der Weg links ab und man geht über eine Brücke in das Murnauer Moos.

Mehr Informationen vor Ort und auch im Internet in der Mitte September 2019 eröffneten Biologischen Station Murnauer Moos.

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Ramsachkircherl, Murnau, Juni 2014
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Brücke über die Ramsach, Murnauer Moos, Mai 2014
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Murnauer Moos, Mai 2014
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Murnauer Moos, Mai 2014
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Murnauer Moos, Juni 2014
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Murnauer Moos, Mai 2014
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Übersichtskarte, Murnauer Moos, Mai 2014
Murnauer Moos, Februar 2020
Über die Kottmüller-Allee in Murnau kann man in’s Murnauer Moos wandern, Februar 2020

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