Marokko – Tag 8: Graubülbül, Haussegler und Braunkehl-Uferschwalbe

Mittwoch, 4. Januar 2017, Ouarzazate, Antiatlas, Soussebene, Agadir, 0 bis 22 Grad, 8 bis 18 Uhr 
Nach einer Nacht in Ouarzazate (Bild) steht uns heute erneut ein »Reisetag« bevor. Ziel ist die 400 Kilometer entfernte Atlantikküste südlich von Agadir. Beim Frühstück gibt es schon die erste Vogelsichtung! Einige Hausammern flattern durch das Restaurant, setzen sich auf Vorhangstangen und erfreuen uns mit ihrem fröhlichem Gesang. Nicht zum ersten Mal auf dieser Tour entdecke ich in einem Hotel eine liebevoll handgezeichnete Marokko-Landkarte (Bildausschnitt). Wunderschön.
Während wir durch den Antiatlas fahren, sehen wir Trauersteinschmätzer und Felsentauben. In der Region um Taliouine wird Safran angebaut und bei einer kurzen Pause probieren wir Safrantee. Gegen Mittag verlassen wir das Gebirge und gelangen in das von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservat Arganeraie (Bild). Nur hier wächst einer der ältesten Bäume der Erde, der Arganbaum. Aus seinen Früchten wird hochwertiges Öl gewonnen, das in der Gastronomie und in der Kosmetik Verwendung findet. Dann machen wir am Fluss Souss (Bilder) Halt, denn Brahim will für uns den Senegaltschagra suchen. Ich kann es gleich vorweg nehmen – trotz intensiven Bemühens bekomme ich den scheuen und sehr versteckt lebenden Vogel nur für wenige Sekunden zu sehen.
Wir bleiben einige Zeit am Flussufer und entdecken weitere Vogelarten. Leider gelingen mir von den Schwalben und Seglern keine Fotos, da sie viel zu schnell über uns hinweggleiten. So habe ich ausnahmsweise Fotos des nächsten Tages verwendet. Gut zu beobachten ist der Graubülbül (Bilder), der allerdings in Marokko leicht zu finden ist, ob in Marrakesch oder auch auf dem Land. Sein etwas stotternder Gesang (> xeno-canto) ertönt kräftig und laut. Der braungraue Vogel mit dem dunklem Gesicht und dem weißen Steiß lebt sehr gesellig und fliegt in kleinen Trupps lärmend und viel umher. Er brütet in Gärten, Plantagen, an Flüssen im Bergland und in Oasen. Über dem Fluss ziehen auch noch Haussegler und Braunkehl-Uferschwalben ihre Bahnen. Die Haussegler (Bild) sind deutlich kleiner als Mauersegler und unterscheiden sich von Letzteren durch einen gerade abgeschnittenen Schwanz und einen großen weißen Bürzelfleck. Sie brüten in Städten und Dörfern, aber auch in Felswänden. Die Braunkehl-Uferschwalbe (Bilder) ähnelt der Uferschwalbe und verhält sich wie diese, ist aber etwas kleiner. Sie brütet im Winter in kleinen Kolonien in Steilufern.

Vogeltagesliste: Rostgans, Kormoran, Graureiher, Weißstorch, Schwarzstorch, Adlerbussard, Sperber, Turmfalke, Felsentaube, Türkentaube, Palmtaube, Steinkauz, Haussegler*, Theklalerche, Saharaohrenlerche, Braunkehl-Uferschwalbe*, Felsenschwalbe, Rauchschwalbe, Bachstelze, Saharasteinschmätzer, Trauersteinschmätzer, Schwarzkehlchen, Samtkopf-Grasmücke, Zilpzalp, Raubwürger algeriensis*, Senegaltschagra*, Graubülbül, Blauohrelster, Einfarbstar, Haussperling, Buchfink, Girlitz, Hausammer
(* = meine persönliche Erstsichtung)

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Ouarzazate, Marokko, Januar 2017
02_landkarte_ouarzazate_2017-01-04_1909
Ausschnitt aus handgezeichneter Marokko-Karte, Januar 2017
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Arganbäume, Marokko, Januar 2017
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In der Nähe des Flusses Souss, Marokko, Januar 2017
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Fluss Souss, Marokko, Januar 2017
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Graubülbül (Common Bulbul), Marokko, Januar 2017
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Graubülbül (Common Bulbul), Marokko, Januar 2017
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Graubülbül (Common Bulbul), Marokko, Januar 2017 (Foto: Markus Dähne)
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Haussegler (Little Swift), Marokko, Januar 2017 (Foto: Markus Dähne)
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Braunkehl-Uferschwalbe (Brown-throated Martin), Marokko, Januar 2017
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Braunkehl-Uferschwalbe (Brown-throated Martin), Marokko, Januar 2017 (Foto: Markus Dähne)

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