Sonntag, 4. Januar 2026 (sonnig, minus 2 Grad), Moosburger Stausee, 11.15 bis 12 Uhr; Echinger Stausee, 12.20 bis 14.45 Uhr
Das Wetter soll gut werden. Mein erstes Ziel heute ist der Moosburger Stausee (Bild). Noch hängen die Wolken tief, aber es dauert nicht lange, und die Sonne kommt hervor. Ich bin auf der Suche nach der Ringschnabelente, die hier am 7. Dezember 2025 das erste Mal gesichtet wurde. Da der Stausee sehr groß ist, stelle ich mich auf eine längere Suche ein. Ich habe jedoch Glück und treffe zwei hiesige Ornithologen, die mir zeigen, wo sich die gesuchte Ente ungefähr aufhält. Es dauert nicht lange, dann finde ich die Ringschnabelente (Bilder) in einem Trupp Reiherenten. Ihr großer Kopf, ihre steile Stirn und das weiße Band hinter ihrer schwarzen Schnabelspitze helfen, das adulte Männchen eindeutig zu identifizieren. »Diese nordamerikanische Tauchente ist in Mitteleuropa ein sehr seltener Irrgast, wobei die Zahl der Beobachtungen seit den 1970er-Jahren zugenommen hat … In Deutschland ist sie zwischen 1977 und 1997 insgesamt 22 Mal beobachtet worden.« (Quelle: Wikipedia) Es ist erst meine zweite Beobachtung dieser Art. Im Februar 2020 hatte ich am Lech schon eine Ringschnabelente gesehen. Bis zum 5. Januar 2026 hielt sich die Ringschnabelente am Moosburger See auf. Danach wechselte sie zum Echinger Stausee, wo sie am 26. Februar 2026 zum letzten Mal gesichtet wurde.




Singschwäne
Mein zweites Ziel ist der nur wenige Kilometer in östlicher Richtung entfernte Echinger Stausee (Bild). Teile des Sees sind zugefroren. Ein kleiner Trupp Krickenten (Bild) nutzt die Eisfläche als Ruheplatz. Weiter draußen sehe ich Löffelenten (Bild), die hier anscheinend ihren Winter verbringen. Auf der großen Insel entdecke ich neben den Graureihern auch einen Seidenreiher (Bild). Auch er ist normalerweise um diese Jahreszeit in südlicheren Gefilden anzutreffen. Leider auch sehr weit entfernt, halten sich auf einer Sandbank viele Großmöwen (Bild) und einige schlafende Schwäne auf. Erst als diese den Kopf aus ihrem Gefieder nehmen, erkenne ich die Singschwäne (Bilder) eindeutig. Ihr gelber Schnabel mit schwarzer Spitze ist ein Erkennungsmerkmal. Zur Brutzeit leben sie im Norden Europas, den Winter verbringen sie in Nordwest- und Mitteleuropa. »Je nach Jahreszeit sind Singschwäne sowohl tag- als auch nachtaktiv. Außerhalb der Brutzeit sind sie durchaus gesellig und vertragen sich mit Artgenossen.« (Quelle: Wikipedia)








Wasserralle und Eisvogel
Nach dieser schönen Sichtung – Singschwäne sehe ich auch nicht so oft – widme ich mich der näheren Umgebung. Vom Turm aus hat man einen guten Blick auf das Schilfgebiet. Am Schilfrand finde ich eine gut getarnte Wasserralle (Bild). Über eine halbe Stunde lang verharrt sie ruhig am Ufer, dann macht sie sich auf und läuft, während sie nach Futter sucht, an der Wasserkante davon. Sie ernährt sich von kleinen Fischen, Krebstieren, Insekten und deren Larven. Während ich ihr noch nachschaue, blitzt im Schilf etwas Buntes auf. Ein Eisvogel (Bild) kommt angeflogen und landet auf einem Schilfhalm. Auch er hat Hunger, beobachtet intensiv die Wasserfläche und hofft wohl ebenfalls, einen kleinen Fisch zu fangen. Beim Absuchen der weiten Schilfflächen sehe ich noch einige kleinere Vögel hin- und herfliegen. Es sind Rohrammern (Bild), die an den Rispen nach Körnern suchen.



Vogeltagesliste: Höckerschwan, Singschwan, Graugans, Brandgans, Nilgans, Stockente, Schnatterente, Spießente, Löffelente, Pfeifente, Krickente, Tafelente, Reiherente, Ringschnabelente, Schellente, Zwergtaucher, Kormoran, Seidenreiher, Graureiher, Mäusebussard, Wasserralle, Blässhuhn, Lachmöwe, Großmöwe, Eisvogel, Bachstelze, Rotkehlchen, Amsel, Zaunkönig, Blaumeise, Elster, Rabenkrähe, Rohrammer
