Pfingstmontag, 25. Mai 2026 (sonnig, 27 bis 29 Grad, sehr windig), Neusiedler See, Illmitz, Apelton, Zicksee, 10 bis 15 Uhr
Ursprünglich wollte ich noch einmal nach Ungarn fahren, habe meine Pläne für heute aber kurzfristig geändert. Erstens zwickt der Rücken und zweitens wird es richtig heiß. Ich überlege, wo ich entspannt im Schatten auf einer Bank sitzen und nebenbei Vögel beobachten kann. Der Zicksee ist dafür die beste Wahl. Etwas später als sonst radle ich los, Richtung Apetlon. Ein Mäusebussard (Bild) sitzt auf seiner Warte neben den Weinstöcken und wartet auf Nahrung. Nur wenige Meter entfernt entdecke ich zwei Haubenlerchen (eine davon auf den Bildern), die am Boden nach Fressbarem suchen. Ich freue mich, dass ich den hübschen Vogel aus nächster Nähe beobachten kann. »In Westeuropa ist der Bestand der Haubenlerche hochgradig gefährdet«, lese ich bei Wikipedia. Kurz vor Apetlon komme ich – wie schon gestern Vormittag – an einem Pferdehof vorbei. In der Nähe lagern riesige, gepresste Strohballen. Und da sitzt er wieder, der kleine Steinkauz (Bild). Auch ein Turmfalke (Bild) hat sich auf den Ballen niedergelassen.





Steinkauz an der Scheune
Ich höre einen Wiedehopf rufen und ich suche das Gelände ab. Aus einer Pferdekoppel auffliegend, lässt sich der Wiedehopf (Bild) auf dem Weg kurz blicken. Durch Gespräche mit anderen Vogelbeobachtern habe ich in den letzten Tagen erfahren, dass es einige Steinkäuze rund um Illmitz gibt. Steinkäuze sind bei den Bauern auch gerne gesehen, da sie dafür sorgen, dass es nicht zu viele Mäuse gibt. Deshalb werden an Scheunen auch Bruthöhlen (Bild) für die Steinkäuze aufgehängt. Eine solche entdecke ich heute. Wenn man das Bild genau betrachtet, sieht man, dass der Steinkauz nur wenige Meter entfernt gut versteckt unter dem Dachvorsprung sitzt. In gebührender Entfernung vom Weg aus kann ich den Steinkauz (Bilder) mit dem Spektiv wunderbar beobachten. »Der Steinkauz ist recht klein und kompakt mit großem, breitem und rundem Kopf. … Die weißen Überaugenstreifen vermitteln einen ›ernsten‹ Gesichtsausdruck. Die Iris ist gelb und der Schnabel gräulich gelb. … Er bewohnt offene Landschaften, z.B. mit einer Mischung aus Feldern, Wiesen, Wein- und Obstgärten, Gehölzen, Felsen Gärten, Gebäuden und Baumhecken. Teilweise tagaktiver Standvogel, der gerne exponiert steht, weshalb man ihn häufig sieht.« (Quelle: Der Kosmos-Vogelführer von Svensson, Mullarney, Zetterström)




Seeadler
Kurz vor 13 Uhr komme ich am Zicksee (Bild) an. Auf einer Bank im Schatten ist noch ein Platz frei – wunderbar! An der Insel im See rasten Graugänse und Kolbenenten. Eine Brandgans-Familie (Bild) mit ihren fünf Jungen ist ebenfalls zu sehen. Und auch ein Rotschenkel (Bild) zeigt sich heute wieder am Ufer. Plötzlich wird es am See lauter. Instinktiv blicke ich nach oben und sehe einen Seeadler (Bilder), der über den See fliegt. Eine Rabenkrähe bedrängt ihn. Gegen 14 Uhr radle ich wieder nach Illmitz zurück. Mein Weg führt an der Langen Lacke vorbei. Wie schon in den letzten Tagen sind auch heute wieder Grauammern (zwei davon auf den Bildern) schön zu sehen.







Vogeltagesliste: Graugans, Brandgans, Brandgans, Stockente, Schnatterente, Kolbenente, Jagdfasan, Graureiher, Silberreiher, Weißstorch, Seeadler, Schwarzmilan, Rohrweihe, Turmfalke, Rotfußfalke, Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Kiebitz, Rotschenkel, Großmöwe, Trauerseeschwalbe, Ringeltaube, Türkentaube, Kuckuck, Steinkauz, Wiedehopf, Haubenlerche, Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Bachstelze, Wiesenschafstelze, Nachtigall, Hausrotschwanz, Amsel, Mönchsgrasmücke, Kohlmeise, Neuntöter, Elster, Rabenkrähe, Nebelkrähe, Star, Pirol, Feldsperling, Buchfink, Bluthänfling, Stieglitz, Grünfink, Grauammer
