Das schwäbische Donaumoos

Zwischen Leipheim und Gundelfingen liegt eines der größten Niedermoorkomplexe der Donauebene: das schwäbische Donaumoos. Es ist Teil des »Life-Natur-Projekt Schwäbisches Donautal« zu dem noch vier weitere Gebiete gehören: Östliche Donauauen, Eppisburger Ried, Östliches Donauried, Mertinger Ried (Bild Informationstafeln). Im Jahr 2011 wurde dieses von der EU geförderte Projekt nach fünfjähriger Projektphase abgeschlossen. Das Ziel war ein nachhaltiger Schutz der Vogelwelt des Donaurieds. Es wurden Flächen erworben, Äcker in Wiesen umgewandelt, Wiesenmulden sowie Flachuferzonen an Gräben und Seen angelegt, bei Niedermooren und Grabenränder Bäume und Sträucher entfernt. So wurden Brut-, Nahrungs- und Rasträume für die Vogelwelt erschaffen. Es ist Teil des europäischen Biotopverbundes »Natura2000«.

Die fünf Gebiete des »Life-Natur-Projekt Schwäbisches Donautal«
Informationstafeln im Donaumoos, Mai 2020

Natur und Vogelwelt im Donaumoos und den Donauauen

Zwischen Leipheim im Westen, über Günzburg bis nach Faimingen und Gundelfingen im Nordosten und Riedhausen erstreckt sich das Donaumoos. Eine weitläufige Landschaft mit Mooren, Wiesen, Flachwasserseen, Bruchwäldern, Schilfsäumen und Kopfweiden erwartet den Besucher im Donaumoos. Beweidungsprojekte mit Exmoor-Ponys, Schottischen Hochland-Rindern, Schafen, Ziegen und Wasserbüffel halten die Wiesen offen. Nicht nur Kiebitz, Bekassine und Großer Brachvogel finden hier Platz zum Brüten, auch seltene Pflanzen wie Helmknabenkraut und Sibirische Schwertlilien kann man bewundern.

Mindestens 270 Vogelarten wurden im Donaumoos schon gesichtet, 151 davon sind Brutvögel wie z.B. Wachtel, Rebhuhn, Zwergdommel, Baumfalke, Tüpfelsumpfhuhn, Kiebitz, Flussregenpfeifer, Großer Brachvogel, Bekassine, Mittelmeermöwe, Flussseeschwalbe, Uhu, Grau- und Mittelspecht, Pirol, Beutelmeise, Feldschwirl, Halsbandschnäpper, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen, Blaukehlchen, Nachtigall und Grauammer.

Wintergäste sind: Singschwan, Saatgans, Blässgans, Bergente, Samtente, Rothalstaucher, Sterntaucher, Seeadler (Faiminger Stausee), Kornweihe, Merlin, Raubwürger.

Beim Frühjahrs- und Herbstzug hat man die Chance auf Kranich, Silberreiher, Fischadler, Limikolen, Seeschwalben.

Drei Beobachtungstürme

Für eine Tagestour von München aus, bietet sich das Gebiet nördlich von Günzburg an. Hier findet man eine abwechslungsreiche Landschaft und innerhalb kurzer Entfernungen gleich drei Beobachtungstürme (Bild Karte): Mooswaldsee, Gundelfinger Moos und Fetzer-Flachwassersee.

Informationstafel Donaumoos mit den drei Beobachtungstürmen

Beobachtungsturm am Mooswaldsee

Von Günzburg aus fährt man auf die Heidenheimer Str., biegt nach etwa sechs Kilometer links ab und fährt an einigen See vorbei bis zu einer Schranke. Hier kann man parken (48°29’10.9″N 10°14’32.2″E). Im Mooswald (Bild) findet keine forstwirtschaftliche Nutzung mehr statt. Er soll sich zum Bruchwald entwickeln. Ein Bruchwald ist ein permanent nasser, langfristig gefluteter sumpfiger Wald. Im Frühjahr 2020 habe ich einen Schwarzspecht, Wendehals und zwei Neuntöter gesehen und die Rufe des Pirols gehört. Vom Beobachtungsturm Mooswaldsee (Bilder) hat man einen guten Blick auf den flachen See. Limikolen, Enten und Reiher kann man hier beobachten, im Frühjahr 2020 sogar einen Purpurreiher. Es lohnt sich die kleine Kiesfläche gegenüber des Sees nach Flussregenpfeifern abzusuchen. Nordwestlich vom Mooswaldsee liegt das Naturschutzgebiet Leipheimer Moos (Bild). Durch das Moos führt ein Bohlenweg, den man von Riedheim aus betreten kann.

Mooswald, Mai 2020
Beobachtungsturm Mooswaldsee, Mai 2020
Mooswaldsee, Mai 2020
Naturschutzgebiet Leipheimer Moos, Mai 2020

Beobachtungsturm am Gundelfinger Moos und Schurrsee

Etwas nordwestlich vom Mooswaldsee befindet sich das Gundelfinger Moos. Von der B16, die nach Gundelfingen führt, fährt man bei Birkenried links ab. Am Straßenrand kann man parken (48°29’51.1″N 10°18’31.8″E). Zwischen zwei Seen führt der Weg zum Gundelfinger Moos und zum Aussichtsturm am Schurrsee (Bilder). Ein Spaziergang durch das Gundelfinger Moos (Bild) bietet immer schöne Überraschungen. Blau-, Braun- oder Schwarzkehlchen, Bekassine, Wachtel, Rebhuhn, Kiebitz, Großer Brachvogel, Neuntöter oder Grauammer können hier gesichtet werden.

Beobachtungsturm Gundelfinger Moos und Schurrsee, Mai 2020
Schurrsee, Mai 2020
Naturschutzgebiet Gundelfinger Moos, Mai 2020

Beobachtungsturm am Fetzer-Flachwassersee (Sophienried)

Von der B16 kurz vor Emmausheim links in den Mooshaldengraben abbiegen. Am Straßenrand gibt es Parkmöglichkeiten (48°30’23.5″N 10°19’14.4″E). Westlich des 1,5 km langen Weges zum Beobachtungsturm liegt das Naturschutzgebiet Gundelfinger Moos und östlich des Weges kleine Seen. Vom Turm (Bild) hat man einen super Blick auf den Fetzer-Flachwassersee (Bilder) mit seinen Schilfrändern und den vielen kleinen Inseln. Hier gibt es immer etwas zu entdecken: Enten, Limikolen, Reiher (Nachtreiher). In dem See südlich davon, auch gut sichtbar vom Turm aus, wurde für Flussseeschwalben ein künstliches Brutfloß (Bild) errichtet.

Informationsplakat Gundelfinger Moos und die beiden Türme, Mai 2020
Beobachtungsturm Fetzer-Flachwassersee, Mai 2020
Fetzer-Flachwassersee, Mai 2020
Fetzer-Flachwassersee, Mai 2020
Künstliche Bruthilfen für Flussseeschwalben, Mai 2020

Anfahrt nach Günzburg und weitere Informationen

In ca. 1,5 Stunden (120 km) fährt man von München aus über die A8, Abfahrt auf die B16 nach Günzburg. Von der B16 aus kann man die drei Beobachtungstürme gut erreichen. Ich bin auch schon mit dem Zug nach Günzburg gefahren. Mit dem Rad kann man das Areal an einem Tag sehr gut erkunden.

Viele weitere Informationen finden Sie auf der >> Webseite der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Donaumoos

Gebiete wie die angrenzenden Donauauen habe ich noch nicht besucht. Da gibt es bestimmt auch noch viel zu entdecken. Am Faiminger Stausee war ich bisher nur einmal im Rahmen einer Führung. Deshalb habe ich dazu auch keine näheren Informationen.

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