Wendehals und Wacholderdrossel im Ostfriedhof

Karfreitag, 22. April 2011 (Sonne, 24 Grad, Sommertag im Frühling, kein Wind), Ostfriedhof München, 12 bis 17 Uhr
Es ist wieder einmal ein super schöner warmer Tag. Ich freue mich auf den vorgezogenen Sommertag und gehe in »meinen« Ostfriedhof. Mich interessiert, ob die Buntspechte schon brüten.  In der Nähe des Krematoriums höre ich die Mönchsgrasmücke (Foto) singen. Dieser Vogel hat einen wunderschönen melodischen Gesang und hält sich meistens in sehr dichten belaubten Sträuchern auf. Ich habe Glück und kann ihn eine Weile beobachten und ein Foto machen. Das Männchen hat eine schwarze Kappe (erinnert an einen Mönch, daher der Name), das Weibchen besitzt eine braune.
Bei meinem Streifzug sehe ich, dass Amsel, Wacholderdrossel und die Ringeltaube immer wieder in die großen Efeu-Stauden fliegen. Teils verschwinden sie im dichten immergrünen Laub, teils sitzen sie obenauf und fressen sich an den dunkelblauen Beeren satt. Der Efeu blüht im Herbst und im Winter reifen die Beeren. Dies ist für Vögel im Frühjahr, wenn der Winter sich recht lang hält, eine wichtige Nahrungsquelle. Obwohl der Efeu (Blätter, Beeren) für Menschen und Tiere giftig ist, scheint es ihnen nichts auszumachen. Außerdem bietet er den Vögeln ganzjährigen Schutz und viele Nistmöglichkeiten.
Ich suche meine Birke, in dem letztes Jahr ein Specht gebrütet hat. Dieses Jahr scheint es wohl noch nicht so weit zu sein. Aber in einer großen Fichte entdecke ich eine Wacholderdrossel (Bild), die bereits ihr Nest bezogen hat und auf ihren Eiern sitzt. Ich bin weit genug weg, so dass ich nicht störe und sie ein bisschen beobachten kann.
Und in dieser Fichte sehe ich im Gegenlicht einen Vogel der ungefähr starengroß ist, aber nicht dessen Verhalten zeigt. Ich habe Glück und kann ihn fotografieren und anhand seines stark gemusterten Federkleides exakt bestimmen. Es ist ein Wendehals (Foto), der zu der Gattung der Spechte gehört. Der Wendehals bewegt sich eher wie ein Singvogel und nicht wie ein Specht, der mit Hilfe seines Stützschwanzes am Stamm rauf- und runterläuft. Er ist recht selten zu sehen. Ich wusste aber, dass in den letzten Wochen ein Wendehals im Friedhof am Perlacher Forst und im Hachinger Tal gesehen wurde. Ob es nun der Gleiche war oder doch mehrere sich in der Gegend aufhalten, konnte mir keiner sagen. Auf alle Fälle war es für mich das Highlight des Tages.
Was ich noch sehen konnte: Rotkehlchen, Rabenkrähe, Grünfink, Blau- und Kohlmeise, Amsel, Zilpzalp, Buntspecht, Zaunkönig, Sumpfmeise.

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Mönchsgrasmücken-Männchen, April 2011
efeu april 2011
Efeu mit reifen Beeren, April 2011
amsel efeu april 2011
Amsel auf dem Efeu
ringeltaube april 2011
Ringeltaube, April 2011
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Wacholderdrossel, April 2011
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Wendehals im Ostfriedhof, April 2011

2 Gedanken zu „Wendehals und Wacholderdrossel im Ostfriedhof

  1. Ah, jetzt auch mit Kommentarfunktion. Klasse. Danke für die schönen Beiträge in Deinem Blog, Waltraud. Der Ostfriedhof ist tatsächlich vogelmäßig beeindruckend. Ich sah dort mal einen Sperber herumfliegen. Das war vielleicht ein Gezeter und Geschimpfe in den Bäumen und Büschen.

    1. Hallo Lars, Dank eines Blickes auf Deine Website und Club300 war ich auf den Wendehals in unserer Gegend vorbereitet. Hab mich riesig gefreut, diesen Vogel zu sehen. Einen Sperber konnte ich hier noch nicht beobachten, aber das kann ja noch kommen.

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