Sonntag, 19. Oktober 2025 (heiter, 12 Grad), Friedhof am Perlacher Forst, München, 14.30 bis 16.15 Uhr
Bei herbstlichem Wetter mache ich einen Spaziergang über den Münchner Friedhof am Perlacher Forst (Bild). Ein Buntspecht (Bild) und eine Kohlmeise (Bild) zeigen sich von ihrer besten Seite. Das kann man heute auch vom Eichelhäher (Bilder) behaupten. Lange kann ich ihn bei der Futtersuche beobachten. Der Eichelhäher ist ein Singvogel aus der Familie der Rabenvögel. Singen habe ich ihn bei meinen bisherigen Touren noch nie gehört, aber seinen Ruf, ein lautes, etwas heiser klingendes »Krschäääh« (Tonbeispiel auf xeno-canto.org), das er in kurzen Abständen wiederholt, kann man dagegen oft vernehmen. Damit warnt er die anderen Tiere vor Feinden wie Eule, Habicht oder Marder. Er brütet in lichten, strukturreichen Wäldern aller Art; in Mitteleuropa bevorzugt er Misch- und Laubwälder. Auch in Friedhöfen und Parks entdecke ich ihn immer wieder. Süd- und westeuropäische Eichelhäher sind Standvögel, d.h. sie verbringen das ganze Jahr in ihrem Revier. Im Sommer ernährt er sich überwiegend von tierischer Nahrung wie Raupen, Käfern und Spinnen, wobei er auch Eier und Jungvögel nicht verschmäht. Im Winter stellt er seine Nahrung auf Eicheln, Bucheckern und andere Nüsse um. Bereits im Herbst beginnt der Eichelhäher, Eicheln für den Winter zu sammeln. Dafür fliegt er mitunter weite Strecken von bis zu acht Kilometern. Bei diesen Sammelflügen kann er bis zu elf Stunden am Tag unterwegs sein. Ein Eichelhäher kann bis zu zehn Eicheln in seinem Kehlsack aufnehmen und in sein Revier transportieren. Dort versteckt er die Eicheln im Boden, in Löchern und Spalten. Da er später nicht alle Verstecke wiederfindet, trägt er dazu bei, dass junge Eichen wachsen und der Wald damit auf natürliche Weise verjüngt wird. Damit nimmt er den Förstern sogar Arbeit ab. Leider dürfen in Bayern immer noch Eichelhäher abgeschossen werden.








Sperber und Kraniche
Während ich meinen Spaziergang fortsetze, entdecke ich noch eine Schwanzmeise (Bild). Plötzlich fliegt ein Sperber (Bild) über mich hinweg. Gegen 16.15 Uhr verlasse ich den Friedhof und mache mich mit dem Fahrrad auf den Heimweg. Als ich am Café am Ostfriedhof vorbeikomme, bemerke ich, dass einige Leute den Kopf nach oben strecken. Was ist denn da los? Ich halte an und suche den Himmel ab. Und da sehe und höre ich sie schon. Ein Trupp Kraniche (Bilder) – ca. 100 Vögel – fliegt in Formation über den Ostfriedhof in westliche Richtung. Wow, das ist noch ein schöner Abschluss meiner heutigen Tour.




Vogeltagesliste: Sperber, Rabenkrähe, Kohlmeise, Blaumeise, Sumpfmeise, Schwanzmeise, Amsel, Rotkehlchen, Eichelhäher, Misteldrossel, Buntspecht, Kranich
