Sonntag, 11. Januar 2026 (wolkig, minus 8 bis minus 3 Grad), Starnberger See, Ammerland, Ambach, Campingplatz und Dampfersteg Seeshaupt, Höhenried, 9 bis 16 Uhr
Gestern Abend hatte es noch geschneit und die Reste des Sturmtiefs »Elli« zogen über das Land. Heute Morgen ist der Sturm zwar vorbei, aber es ist noch recht kalt. Trotz des nicht idealen Wetters treffe ich um 8 Uhr früh im Münchner Osten Birderkollegen vom Arbeitskreis Ornithologie des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz (LBV) und wir fahren zum Starnberger See. In Ammerland, unserem ersten Beobachtungspunkt, stoßen dann noch einige vogelbegeisterte Leute zu uns. Gemeinsam scannen wir den See ab. Ganz nah am Ufer ist eine Gebirgsstelze (Bild) auf der Suche nach Nahrung. Bei Ambach und dann auch am Campingplatz in Seeshaupt sehen wir zwei Prachttaucher (Bilder), leider sind sie sehr weit entfernt.



Rotmilan
Vom Dampfersteg in Seeshaupt (Bild) aus inspizieren wir die zahlreichen Ententrupps (Bild). Seit Mitte Dezember wurde im südlichen Teil des Sees immer wieder eine Samtente gesichtet. Auch gestern war sie hier am Dampfersteg. Leider können wir den Wintergast nicht ausfindig machen. Einige Sturmmöwen (Bild) und Lachmöwen (Bild) sind dagegen vor Ort und rasten in der Bucht. Als wir unseren Beobachtungspunkt verlassen und den Weg Richtung »Seeseiten« gehen, fliegt plötzlich ein Rotmilan (Bilder) über uns hinweg. Er knabbert noch an Fischresten, die er in seinen Krallen hält. Aufgescheucht wurde er von einer Rabenkrähe, die die ganze Zeit in seiner Nähe bleibt. Nach einigen Runden lässt er sich wieder in der Birke nieder, sodass ich ihn in aller Ruhe beobachten kann. Laut Wikipedia »ernähren sich Rotmilane überwiegend von Kleinsäugern, Wirbellosen, Amphibien sowie kleineren Vögeln und Aas. Nach sehr starken Bestandseinbußen gegen Ende des 20. Jahrhunderts nehmen die Bestände seit etwa 2010 wieder deutlich zu, sodass sich die Art in einigen Gebieten neu oder verstärkt etablieren konnte (Südwestdeutschland, Vorarlberg, Donauauen).«








Eistaucher
Nach diesem schönen Erlebnis fahren wir ein Stück in nördlicher Richtung nach Höhenried (Bild). In der Nähe der Klinik gibt es Parkplätze. Wir suchen uns den Weg ans Wasser. Diesmal haben wir Glück und sehen unseren Wunschvogel sofort. Ein Eistaucher (Bilder) schwimmt nicht weit von uns auf dem See. Mit seinem schweren, dolchförmigen Schnabel und der steilen Stirn ist er leicht zu bestimmen. Zum Glück ist er anscheinend gerade nicht hungrig, denn laut Wikipedia »wird die Nahrung tauchend erjagt und besteht überwiegend aus kleineren Fischen, daneben werden Frösche, Krebstiere, und Weichtiere erbeutet. Bei der Jagd nach Fischen taucht er meist drei bis zehn Meter tief, manchmal auch bis zu 200 Meter.«



Vogeltagesliste: Höckerschwan, Graugans, Kanadagans (ca. 50 überfliegend), Stockente, Tafelente, Kolbenente, Reiherente, Schellente, Gänsesäger, Prachttaucher, Eistaucher, Zwergtaucher, Haubentaucher, Kormoran, Rotmilan, Mäusebussard, Sperber, Turmfalke, Blässhuhn, Lachmöwe, Sturmmöwe, Mittelmeermöwe, Eisvogel, Buntspecht, Grünspecht, Bergpieper, Gebirgsstelze, Rotkehlchen, Misteldrossel, Amsel, Wintergoldhähnchen, Kohlmeise, Blaumeise, Kleiber, unbestimmter Baumläufer, Eichelhäher, Rabenkrähe, Kolkrabe, Haussperling, Buchfink, Bergfink, Gimpel
