Wiesenbrütergebiet Loisach-Kochelsee-Moor

Ungefähr 55 Kilometer südlich von München liegt das Loisach-Kochelsee-Moor. Das 3600 Hektar große Naturschutzgebiet ist eines der größten Feuchtgebiete Deutschlands. Begrenzt wird die Moorlandschaft im Süden von Schlehdorf und Kochel am See, im Norden reicht es bis nach Penzberg. Rechts und links von der Loisach wechseln sich Nieder- bzw. Hochmoore und extensive Streuwiesen ab.
Das Gebiet ist nicht nur für seinen Pflanzenreichtum bekannt, sondern ist ein wichtiges Brutgebiet für Wiesenbrüter wie z.B. den Großen Brachvogel, Bekassine, Kiebitz, Feldlerche, Wiesenpieper und Wachtel. Da die Vögel ihre Eier in die Wiesen legen, ist es zwischen dem 20. März und 15. Juli verboten, die Wege zu verlassen. Eine Störung in der Brutzeit würde den Bruterfolg gefährden.
Das Loisach-Kochelsee-Moor ist als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ausgewiesen, ist Teil des europäischen Biotop-Verbundes NATURA 2000 und steht somit unter besonderem Schutz. Mehr als 200 Vögel brüten oder rasten in diesem Gebiet. Auch das Schwarzkehlchen (ein Sechstel des gesamten bayerischen Bestandes) wie auch das Braunkehlchen (ein Fünftel des gesamten bayerischen Bestandes) finden hier Platz zum Brüten.
Bei Schlechtwetter-Einbrüchen im Herbst bietet das Moor Platz und Schutz für in den Süden ziehende Vögel. Als Wintergäste finden sich Korn- und Rohrweihen, Raubwürger, Krick- und Schellenten ein. In der Vogelstation »Moosmühle« bei Benediktbeuern kann man im Winter ganz entspannt Vögel beobachten.
Einen Überblick über das Gebiet findet man auf der Website des Landratsamts Bad Tölz-Wolfratshausen (>> Karte als PDF). Es gibt einige ausgeschilderte Rundwege durch das Moos. Wohl eine der schönsten Tagestouren ist der Weg östlich der Loisach, der von Kochel am See zum Kloster Benediktbeuern führt.
Mit dem Zug fährt man nach Kochel am See, dort geht man an den Kochelsee. Hier gibt es schon die ersten Wasservögel zu sehen. Von da aus geht es nach Norden, man überquert die Schlehdorfer Straße und geht rechts entlang der Loisach Richtung Benediktbeuern. Am Prälatenweg verlässt man den Loisach-Weg Richtung Osten und wandert durch weite Wiesenlandschaften bis zum Spatzenpointweg. Direkt neben der Bahn geht es anschließend zum Kloster Benediktbeuren, der mit seinem herrlichen Biergarten zur Rast einlädt. Gleich daneben, fünf Minuten entfernt, ist der Bahnhof, an dem stündlich der Zug nach München abfährt.

Loisach-Rundweg

Loisach-Rundweg, Blick nach Süden

Loisach-Rundweg

Loisach-Rundweg, Blick nach Norden

Loisach-Kochelsee-Moor

Moorlandschaft östlich der Loisach

Beschilderung Rundwege

Die Wege sind gut ausgeschildert.

Kloster Benediktbeuern

Kloster Benediktbeuern (von Süden gesehen)

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2 Kommentare zu Wiesenbrütergebiet Loisach-Kochelsee-Moor

  1. Kurt Minet sagt:

    Hallo ,

    habe mit grossem Interesse Ihre Veröffentlichungen über die verschiedene Plätze an diesen Sie Vögel beobachteten.
    Der Bericht über den Kochelsee hat mich sehr faziniert.
    Plane nächstes Jahr dort eine Woche Urlaub zu machen und auf Vogelpirsch zu gehen.
    Was würden Sie den für eine Jahreszeit vorschlagen. Hätten sie eventuell einen Tip für eine einigermassen günstige Übernachtungsmöglichkeit ?
    Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort und weiterhin viel Glück bei der Vogelpirsch.
    Kurt Minet

    • wh sagt:

      Hallo Herr Minet,
      auch bei mir steht eine Woche Urlaub machen in diesem schönen Gebiet auf meiner Wunschliste.
      Hat bis jetzt leider noch nicht geklappt. Aber ich würde Mai vorschlagen, da Sie durch den Gesang der Vögel diese leichter entdecken können.
      Eine Übernachtungsmöglichkeit kann ich leider nicht vorschlagen, da ich bisher diese Tour nur als Tagesausflug gemacht hatte.
      Viel Glück beim Entdecken.
      Waltraud Hofbauer

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